Drei Verordnungen, eine Herausforderung: Sicherung Ihrer KI-Systeme

Europäische Organisationen, die KI einsetzen, sehen sich einer noch nie dagewesenen Konvergenz regulatorischer Anforderungen gegenüber. Der EU AI Act, DORA (Digital Operational Resilience Act) und NIS2 (Network and Information Security Directive) behandeln jeweils unterschiedliche Aspekte des Technologierisikos – ihre Anforderungen überschneiden sich jedoch zunehmend, wenn es um KI-Systeme geht.

Für CISOs, Compliance-Beauftragte und AI-Governance-Teams ist das Verständnis der Wechselwirkungen dieser Verordnungen nicht nur eine akademische Übung. Es ist der Unterschied zwischen dem Aufbau eines kohärenten Compliance-Programms und dem Ertrinken in doppelten Anstrengungen.

Der EU AI Act: KI-spezifische Anforderungen

Der EU AI Act ist die weltweit erste umfassende KI-Verordnung. Für Hochrisiko-KI-Systeme schreibt er vor:

Das Gesetz führt auch Verpflichtungen für KI-Modelle für allgemeine Zwecke ein, einschließlich Transparenzanforderungen, technischer Dokumentation und – für Modelle mit systemischem Risiko – adversarialem Testing und Vorfallsmeldung.

DORA: Digitale Resilienz für Finanzdienstleistungen

DORA gilt für Finanzunternehmen in der gesamten EU und ihre kritischen IKT-Dienstleister. Seine Relevanz für KI ergibt sich aus mehreren Bereichen:

NIS2: Erweiterung des Sicherheitsnetzes

NIS2 erweitert den Anwendungsbereich der EU-Cybersicherheitsanforderungen erheblich auf wesentliche und wichtige Einrichtungen in 18 Sektoren. Die Auswirkungen auf KI umfassen:

Wo die Verordnungen bei KI konvergieren

Risikobewertung und -management

Alle drei Verordnungen erfordern eine systematische Risikobewertung. Anstatt drei separate Bewertungen durchzuführen, sollten Organisationen einen einheitlichen KI-Risikomanagement-Rahmen entwickeln, der die spezifischen Anforderungen jeder Verordnung erfüllt. Das NIST AI Risk Management Framework bietet eine nützliche Grundlage, die auf EU-Regulierungsanforderungen abgebildet werden kann.

Vorfallsreaktion und -meldung

Ein KI-Sicherheitsvorfall kann gleichzeitig Meldepflichten gemäß allen drei Verordnungen auslösen. Ein kompromittiertes KI-Modell in einem Finanzinstitut könnte einen Ausfall eines Hochrisiko-KI-Systems (EU AI Act), einen größeren IKT-Vorfall (DORA) und einen erheblichen Sicherheitsvorfall (NIS2) darstellen. Ihr Vorfallsreaktionsprozess muss alle anwendbaren Meldefristen und -anforderungen berücksichtigen.

Drittpartei- und Lieferkettenrisiko

Alle drei Verordnungen behandeln Lieferketten- und Lieferantenrisiken, jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Ein kohärenter Ansatz bewertet KI-Anbieter anhand der kombinierten Anforderungen: Sicherheitspraktiken (NIS2), operative Resilienz (DORA) und KI-spezifische Schutzmaßnahmen (EU AI Act).

Testing und Assurance

Regelmäßige Tests sind in allen drei Rahmenwerken vorgeschrieben. KI-spezifische Penetrationstests, adversariale Robustheitsbewertungen und operative Resilienztests können so konzipiert werden, dass sie mehrere regulatorische Anforderungen gleichzeitig erfüllen.

Aufbau einer einheitlichen Compliance-Strategie

Schritt 1: KI-System-Inventar

Erstellen Sie ein umfassendes Verzeichnis aller verwendeten KI-Systeme, ihrer Risikoklassifizierungen gemäß EU AI Act, ihrer Relevanz für DORA-regulierte Aktivitäten und ihrer Verbindung zu NIS2-abgedeckten Diensten. Dieses Inventar wird zur Grundlage für alle Compliance-Aktivitäten.

Schritt 2: Integrierte Risikobewertung

Führen Sie eine einzelne, gründliche Risikobewertung durch, die jedes KI-System den Anforderungen aller anwendbaren Verordnungen zuordnet. Identifizieren Sie gemeinsame Kontrollen, die mehrere Anforderungen erfüllen, und heben Sie verordnungsspezifische Lücken hervor.

Schritt 3: Kontrollrahmen

Implementieren Sie technische und organisatorische Kontrollen, die die Gesamtheit der Anforderungen erfüllen. Gut konzipierte KI-Sicherheitskontrollen – Modellüberwachung, Zugriffsmanagement, Data Governance, Vorfallsreaktion – erfüllen natürlich Anforderungen über alle drei Verordnungen hinweg.

Schritt 4: Kontinuierliche Compliance-Überwachung

Verordnungen entwickeln sich weiter, KI-Systeme ändern sich und neue Risiken entstehen. Implementieren Sie eine kontinuierliche Überwachung, die den Compliance-Status über alle anwendbaren Rahmenwerke hinweg verfolgt und vor entstehenden Lücken warnt.

Wie LittleData helfen kann

Die LittleData.ai-Plattform bietet integriertes Compliance-Tracking über den EU AI Act, DORA, NIS2 und andere Rahmenwerke hinweg, einschließlich ISO 42001 und NIST AI RMF. Unsere Dashboards geben Ihnen einen einheitlichen Überblick über Ihre Compliance-Situation, heben Lücken hervor und verfolgen den Fortschritt bei der Behebung.

Unsere AI-Sicherheitsdienstleistungen umfassen regulatorische Lückenanalysen, Kontrollimplementierung und fortlaufende Compliance-Unterstützung, die auf die spezifische Regulierungslandschaft Ihrer Organisation zugeschnitten ist.

Kontaktieren Sie unser Compliance-Team, um zu besprechen, wie wir Ihnen helfen können, die konvergierende Regulierungslandschaft für KI zu navigieren.